Unser Weg und wie alles begann

 

Angefangen hat es vor ca. fünf Jahren, als mein Mann und ich uns darüber unterhielten, wie unser zukünftiges Leben aussehen sollte oder wo wir uns in ein paar Jahren sehen.

 

Wir träumten von Kinder, viel Zeit als Familie zu verbringen und als Familie ein gemeinsames Projekt zu haben. Wir stellten uns auch vor, ein grosses offenes Haus mit viel Umschwung und eine kleine Oase für uns und andere Menschen zu haben. Ein Job oder Projekt zu haben, das wir als Ehepaar gemeinsam machen und den Alltag gemeinsam verbringen können. Vor allem Mike war es wichtig, wenn wir einmal Kinder haben werden, viel Zeit mit ihnen zu verbringen, sie tag täglich aufwachsen zu sehen und handwerklich in der Natur tätig zu sein. Dies war bis anhin gar nicht der Fall, denn er arbeitet im Büro als Verkäufer im Innendienst.

 

Die Vorstellung eines solchen Lebens faszinierte uns und wir hielten in den vergangenen Jahren immer wieder daran fest. In der Zwischenzeit erfüllte sich ein Teil unseres Traums. Uns wurden zwei wundervolle Mädchen geschenkt, die uns jeden Tag ganz viel Freude machen und unser Leben sehr bereichern.

 

Auch wenn es in all den Jahren nicht danach aussah, dass es in der Schweiz eine Möglichkeit gibt, etwas zu finden, das mit unseren Lebensträumen kompatibel ist, haben wir immer an unseren Träumen und Visionen festgehalten. Ein paar Mal versuchten wir in der Schweiz etwas auf die Beine zu stellen. Es war aber jedes Mal mit sehr viel Geld verbunden, welches wir hätten aufbringen müssen. Gleichzeitig wäre daraus eine grosse Abhängigkeit entstanden und wir wären sehr gebunden gewesen. Im Nachhinein sind wir froh, dass sich die Türen immer wieder geschlossen haben. Für uns war auch immer klar, dass wir lieber mit weniger Geld und Materiellem etc. auskommen würden, dafür ein umso reicheres Leben mit viel Freiheit, Lebensqualität, Zeit für und mit der Familie und die Kinder zu haben und uns auch in andere Menschen zu investieren. Dies ist uns viel mehr wert als alles Geld der Welt.

 

Klar war für uns auch, dass wir solch ein Projekt nicht alleine machen möchten. Viel schöner ist es, wenn man seine Träume und Visionen mit Gleichgesinnten teilen und im besten Fall umsetzen kann. Arbeit, Ressourcen, Freud und Leid können geteilt werden. Aber so jemanden zu finden, ist gar nicht so einfach. Auch das brauchte seine Zeit und im September 2015 traf schliesslich alles aufeinander. Eine Tür nach der anderen ging auf, ohne dass wir es gesucht haben. Das Abenteuer „Traum verwirklichen“ hat begonnen. Unsere Zeit ist gekommen und wir dürfen den Traum von einem Leben als Familie mit mehr Zeit füreinander und eine Oase für uns und andere Menschen zu schaffen, nun umsetzen.

 

Was bewegte uns zu diesem Schritt nach La Palma umzuziehen?

 

Im September 2015 machten wir mit meinem Schwager, seiner Frau und deren Tochter Ferien auf einem Permakulturhof auf La Palma.

Für uns war klar als wir die Ferien buchten, dass wir etwas suchen, dass für die Kinder geeignet ist und auch wir etwas lernen dürfen. Auch das Thema Verpflegung und selber kochen war für uns ein grosses Kriterium in Bezug auf die Unterkunftssuche, da wir uns vegan orientiert ernähren. Einfach nur Hotel-Ferien und von Strand zu Strand hopsen, ist nicht so unser Ding.

 

So fand ich, dank Google, schnell zur Seite von Barbara und Erich und ihrem Permakulturhof. Permakultur war allen vier Erwachsenen ein Begriff, jedoch öffnete sich ein neuer Horizont, als wir dann dort ankamen und sahen, was sie machen und wie diese Familie lebt. Selbst ich als Frau war plötzlich so fasziniert, wie man aus Essensresten selbst Biogas herstellen kann, durch ein Kompost-Klo beste und nährstoffreiche Erde entstehen kann und wie man mit Sonnenlicht kochen kann. Einfach nur faszinierend.

 

So kam es, dass alle vier – unabhängig voneinander – schon nach wenigen Tagen unserer Ferien wussten, so etwas in diese Richtung könnte ein Lebensprojekt werden. All dies wurde noch getoppt und die nächste Tür wurde uns geöffnet.

 

Da Erich und Barbara jemanden kannten, die ihr Grundstück verkaufen wollten, machte Erich uns darauf aufmerksam und wir wollten natürlich möglichst bald das Grundstück besichtigen. Als wir dann nach einer längeren Autofahrt im kleinen Dörfchen santo domingo ganz im Norden ankamen, mussten wir zuerst mal einfach den wundervollen Anblick (Sicht aufs Meer), der uns da geboten wurde, geniessen. Als wir dann noch mit einem herzlichen „Hallo“ von den Besitzern empfangen wurden, fühlten wir uns schon fast zu Hause ;). Nach und nach zeigten sie uns das Grundstück. Sie haben in 16 Jahren aus einem 13000 qm grossen Grundstück, das voll bewachsen war mit Kaktus, ein traumhaft schönes kleines Paradies geschaffen mit Fruchtbäumen und einem grossen Gemüsegarten, von dem man sich das ganze Jahr hindurch ernähren kann. Der Ertrag ist so gross, dass sie vom Überfluss an andere Menschen weiter geben können. Nebst all den Fruchtbäumen, Sträuchern und Gemüsegarten gehört zu dem Grundstück ein Haupthaus, ein Gästehaus, eine voll eingerichtete Werkstatt, ein Ziegenstall, Katzen und Hühner :). Viel mehr, als wir uns je hätten träumen lassen und vorstellen können. Unsere Antwort auf der Suche nach einem geeigneten Familienprojekt mit einer anderen Familie zusammen war gefunden oder noch passender, es hat uns gefunden.

 

Für mich (Olivia) wurde es aber ziemlich rasch sehr emotional. Denn die Begeisterung, die bei mir sehr stark in den Hintergrund gerutscht war, als sich viele Gedanken breit machten, verwandelte sich in Nachdenken und Rückzug. Einfach auch als Selbstschutz und weil es sich wie ein Film vor meinem inneren Auge abspielte, was ich alles zurücklassen muss, wenn wir wirklich nach La Palma umziehen würden. Meine Gefühle fuhren Achterbahn. Denn wer mich kennt, der weiss, dass auswandern oder in einem fremden Land leben, absolut nie mein Traum war. Jedoch wusste ich tief im Innern, dass es richtig ist und für uns als Familie eine riesen Chance wäre. Somit konnte auch ich schlussendlich aus tiefstem Herzen mein „Ja“ zu diesem Abenteuer geben und dieses HerzensJA und die Überzeugung genau das richtige getan zu haben, dauert bis heute an.

 

Jeder von uns brauchte zu diesem Zeitpunkt die Gelegenheit zum Rückzug und jeder war im ganz eigenen Prozess und verarbeitete, was alles abgegangen ist in dieser kurzen aber sehr lebenseinschneidenden Zeit.

Wir sind noch heute oft erstaunt, wie schnell dass alles gegangen ist. Denn die Zusage für das Grundstück sowie die Lösung für die damit verbundene Finanzierung sind ein riesen Geschenk für uns.

 

Später haben wir von den Besitzern erfahren, dass sie sich jemand gewünscht haben mit Familie und Kindern, welche ihr aufgebautes kleines Paradies weiterführen und den unbezahlbaren Wert dieser Oase schätzen und sorgsam damit umgehen wollen. Diese Wünsche können wir noch so gerne erfüllen und das Schmuckstück ist bei uns in den besten Händen. Auch dieser Teil von unserem Traum hat sich nun erfüllt. Besser noch, denn unsere gewünschte Oase besteht schon und wir dürfen darauf aufbauen und mit eigenen Projekten erweitern. Wir fühlen uns so gesegnet und beschenkt. Wir mussten diese Chance, die uns da geboten wurde, einfach packen. Auch wenn es sehr schwer ist, alle unsere Lieben zurück zu lassen, sind wir uns sicher, dass wir es bereuen würden, wenn wir es jetzt nicht machen. Dort können wir all das umsetzen, was uns wichtig ist und wovon wir immer geträumt haben.

 

Ein Trost ist es auch, dass La Palma grundsätzlich schnell erreichbar ist und uns alle unsere Lieben besuchen können. Für alle steht unsere kleine Oase offen und darf entdeckt werden. Natürlich werden auch wir regelmässig die Schweiz besuchen.

Wir freuen uns jetzt schon auf alle Begegnungen mit tollen Menschen auf einer wundervollen Insel in einer paradiesischen Oase...